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2 Erwachsene
1 Erwachsene
Reisebericht

Ein kurzer Ausflug ins Glück

Eine Reise durch stille Natur, mit prächtiger Architektur, Geborgenheit und Genuss in ehrwürdigen Gemäuern - eben Glück.
Eine Reise durch stille Natur, mit prächtiger Architektur, Geborgenheit und Genuss in ehrwürdigen Gemäuern - eben Glück.
Hanspeterbundi autor reiseberichte swiss historic hotels
Autor
Hanspeter Bundi
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Hanspeter Bundi (68) schreibt Reportagen u.a. für die NZZ, für GEO, Weltwoche, DIE ZEIT, DU, Annabelle.

Er liebt es, die Geschichten von Menschen, Orten und Häusern zu erzählen. Vielleicht kommt diese Leidenschaft davon, dass er bei sich selber auch schon auf einige Jahrzehnte Geschichte zurückblicken kann.

Wir haben Glück. Kein einziger Tropfen Regen, nichts. Der Himmel ist zwar grauschwarz, und der steife Westwind treibt Regenwolken vor sich her. Aber es regnet nicht mehr.

Das mit dem Glück hat schon am Vorabend begonnen. Es regnete, als wir, Orsolina und ich, durch den alten Dorfteil von Herzogenbuchsee gingen, wo stattliche Häuser – Bank, Pfarrhaus, Drogerie – die Geschichte einer reichen und selbstbewussten Bauernwelt erzählen. Mitten in diesem Zentrum steht das Hotel Kreuz: ausladendes Dach, Fensterstürze aus hellgrauem Kalkstein, massive Eingangstür. Das „Kreuz“ strahlt aus, was die Menschen schon immer von einem Gasthaus erwarteten: Schutz und Geborgenheit.

Das Kreuz ist die erste Station unserer kurzen Reise ins Glück, zu den historischen Hotels im Berner Mittelland. Wir wuchten die Tür auf, treten ein und lassen das garstige Wetter, ja eigentlich die ganze Unbill der Welt, hinter uns. Wir werden erwartet. Heisser Tee. E-Velos. Fahrpläne. Alles ist da. Dazu ein sanft renoviertes Zimmer, wo auf Löwentatzen neben dem Bett eine grosse, weisse Badewanne steht.

Im Kreuz finden wir Gastfreundschaft mit langer Tradition und mit dem Wissen darum, was Gäste heute erwarten. Das Nachtessen bildet genau diese Spanne ab. Ein wunderbares Cordon Bleu und Pommes frites stehen für die Tradition. Eine Palette von knackig gegarten Gemüsen steht für eine neue, leichte und gesunde Küche. Dazu kommen sorgfältig ausgesuchte Weine im Offenausschank. Draussen giesst es wie aus Kübeln. Drinnen ist es warm. So sieht Behaglichkeit aus, Glück.

Am Morgen peitscht der Westwind immer noch Regenvorhänge vor sich her. War's das schon mit dem Glück? Beginnt jetzt eine ungemütliche Fahrt durch den Regen? Um es kurz zu machen: Während wir unsere Fahrräder bereitmachen, fallen ein paar letzte Tropfen. Und dann nichts mehr. Einen Tag lang fahren wir trocken durch das Seeland. Wir fahren durch Wälder, an Moorgebieten vorbei, an alten und neuen Industriebauten.
Noch ist der Himmel bedrohlich schwarz, und der Wind schlägt uns ins Gesicht. Doch gegen Abend lösen sich die Wolken auf. Wir ziehen die Regenjacken aus, und im Licht der Nachmittagssonne fahren wir entspannt zwischen Schilfgürtel und Sumpfwesen die letzten paar Kilometer zum Klosterhotel St.Petersinsel, dem früheren Klosterbau der Cluniazenser.

Den Apéro nehmen wir draussen. Unser Tisch steht im Licht der Abendsonne. Es ist warm, und seit sich die letzten Tagesgäste verabschiedet haben, ist es ist still geworden. Idylle pur. In unseren Gläsern funkelt ein Pinot Gris aus dem alten Rebberg gleich nebenan.

Er sei hier wahrhaft glücklich gewesen und denke mit „zärtlichem Bedauern“ an die Petersinsel zurück, schrieb der Dichter und Philosoph Jean-Jaques Rousseau, der auf seiner Flucht im Herbst 1765 hierherkam. Auf Geheiss der Berner Behörden musste er schon nach sechs Wochen wieder gehen. „Aber ich hätte zwei Jahre, zwei Jahrhunderte, die ganze Ewigkeit dort verbracht, ohne einen Augenblick Langeweile zu haben“, schreibt er.

Wir sind immer noch beim Apéro. Über uns krallt sich eine Kohlmeise in den Stein des romanischen Fensterbogens. Sie wartet, schaut, zögert. Schliesslich lässt sie sich im Flug auf den Tisch herunterfallen und macht sich mit einem Salznüsschen im Schnabel davon. Salz sei für Vögel nicht gesund, rufe ich ihr nach, doch die Warnung lässt sie kalt. Schon nach ein paar Sekunden ist sie wieder da.

Etwas später, beim Nachtessen, sind wir froh, dass wir, statt selbst Nüsschen zu essen, der Meise zugeschaut haben. So haben wir uns den Appetit erhalten und können der ausgezeichneten Kochequipe Ehre antun, die sich die Inspiration für ihre phantasievollen Gerichte offensichtlich aus vielen Weltengegenden holt.

Die Natur, die alten Gebäude, die modernen Interventionen ebenso wie die Küche laden zum Bleiben. Nicht grad für eine Ewigkeit, wie der euphorisierte Rousseau es sich wünschte, aber einige Tage dürften es schon sein. Doch am Morgen geht die Reise weiter, ostwärts nach Solothurn, wo im La Couronne Hotel für uns reserviert ist.

Das Schiff bringt uns an Rebhängen und Winzerdörfern mit den altertümlichen Namen wie Schernelz, Wingreis und Tüscherz vorbei nach Biel. Die anschliessende Fahrt nach Solothurn ist reines Velovergnügen. Es ist der erste warme Tag des Jahres. Auf der weiten Ebene zwischen Jura und Aare sind Hunderte auf Fahrrädern unterwegs. Es sind Familien, Jungverliebte, Altverliebte, Einzelsportler. Alle strahlen.

Auch Solothurn strahlt. Die Stadt empfängt uns so, wie wir sie in Erinnerung hatten. Eine wunderbar gepflegtes, kleines, in manchen Teilen fast putziges Kleinod. Bei den Restaurants an der Aare trinken und lachen die Jungen, sie flirten und prosten einander zu.

Wir setzen uns in das Strassencafé der Couronne, zu den gesetzteren Leuten unseres Alters. Auch hier: fröhliche Menschen werden umsorgt von Kellner*innen, die sichtbar froh sind, dass sie endlich wieder ihrem Beruf nachgehen können. Wir bestellen Prosecco, trinken einander zu und sind – ich wiederhole mich - wunschlos glücklich.

Die „Couronne“ ist das zweitälteste Hotel der Schweiz. Aus der kleinen Herberge, die 1474 erstmals erwähnt wurde, ist nach vielen Besitzerwechseln ein Vierstern-Hotel geworden, das den Glanz früherer Zeiten in das 21. Jahrhundert bringt. Alte Einlegeböden. Grosszügiges Treppenhaus. Komfort. Viele Kleinigkeiten machen das Haus zu etwas ganz Besonderem. Zum Beispiel der schlicht grossartige Kaffee aus der winzigen Kolbenmaschine im Zimmer. Oder die strahlend weisse Bettwäsche aus reinem Leinen.

Auch das Abendessen hält, was die grosse Geschichte verspricht. 700 Jahre. Napoleon. Sophia Loren. Henry Kissinger. Undsoweiter. 14 Gault Millau Punkte.
Bevor wir uns hinlegen, machen wir einen Spaziergang durch das nachtleere und stille Städtchen. Wir stellen uns vor, wie wir, Arm in Arm, in den Kostümen und den Perücken des Barocks durch Solothurn promenieren, wo vor 300 Jahren die Ambassadoren des französischen Königs residierten.

Am Morgen trennen uns noch 17 Kilometer vom Alltag. Durch Solothurner und Berner Bauernlandschaften fahren wir nach Herzogenbuchsee zurück und stehen wir wiederum vor dem „Kreuz“, diesmal trocken und aufgewärmt. Und noch einmal haben wir Glück. Auf der langen Terrasse ist noch genau ein Tisch frei. Wir stillen unsern kleinen Hunger unter einer Sonnenstore, auf der sich fein ziseliert der Schatten einer Pergola abzeichnet. Alles ist gut. Wir können unseren kurzen Ausflug noch verlängern. Der Zug zurück nach Bern fährt in 30 Minuten. Oder in einer Stunde. Oder in drei.

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